Nulleinspeisung und Einspeisebegrenzung: Was der Zähler am Hausanschluss dafür tut
Kurz gesagt: Bei der Nulleinspeisung regelt der Wechselrichter die PV-Anlage so, dass kein Strom ins öffentliche Netz fließt; bei einer Einspeisebegrenzung darf es höchstens ein festgelegter Wert sein. Dafür misst ein zusätzlicher Energiezähler, oft Smart Meter genannt, am Hausanschluss laufend Bezug und Einspeisung. Derselbe Zähler steuert auch das Laden eines Speichers und das Überschussladen einer Wallbox. Er ersetzt nicht den Zähler des Messstellenbetreibers und muss zur Marke des Wechselrichters passen.
Stand: 03.10.2026
Eine Photovoltaikanlage ohne Steuerung speist alles ins Netz, was das Haus gerade nicht braucht. Soll das nicht oder nur begrenzt passieren, oder soll der Überschuss einen Speicher oder ein Elektroauto laden, muss der Wechselrichter wissen, was am Hausanschluss gerade geschieht. Diese Aufgabe übernimmt ein Energiezähler. Wie das funktioniert und was Sie dafür brauchen, steht auf dieser Seite.
Nulleinspeisung und Einspeisebegrenzung
- Nulleinspeisung: Die Anlage speist keinen Strom ins öffentliche Netz. Der Planungsleitfaden des Wechselrichterherstellers SMA beschreibt es so: Der Wechselrichter regelt die erzeugte Leistung, sodass nur so viel Energie erzeugt wird, wie gerade verbraucht wird.
- Einspeisebegrenzung: Die Anlage darf einspeisen, aber höchstens bis zu einem festgelegten Wert. Der Wert wird im Wechselrichter eingestellt, in der Regel durch den Fachbetrieb.
In beiden Fällen bleibt Solarstrom ungenutzt, wenn mehr erzeugt würde, als das Haus braucht und eingespeist werden darf. Ein Speicher oder eine Wallbox kann diesen Teil aufnehmen, bevor der Wechselrichter abregelt. Ob und wie weit Ihre Anlage begrenzt sein muss, klären Sie mit Ihrem Netzbetreiber oder Fachbetrieb.
Wie die Regelung funktioniert
Der Energiezähler sitzt am Netzanschlusspunkt, also dort, wo der Strom ins Haus kommt, und misst laufend, ob gerade Strom bezogen oder eingespeist wird. Laut HTW Berlin wird er in der Regel hinter dem Zähler des Netzbetreibers in Reihe geschaltet und fest in der Unterverteilung verbaut (Wallbox-Inspektion 2025). Seine Werte gehen meist über eine RS485-Leitung an den Wechselrichter.
Mit diesem Wert regelt der Wechselrichter:
- die Einspeisung: Er drosselt die Module, wenn mehr ins Netz ginge als erlaubt.
- den Speicher: Laut HTW Berlin passt das System die Ladeleistung der Batterie anhand der Leistungsbilanz am Netzanschlusspunkt an den aktuellen Überschuss an (Stromspeicher-Inspektion 2025). Lädt die Batterie langsamer, als Überschuss da ist, geht der Rest ins Netz; lädt sie schneller, kommt Strom aus dem Netz dazu.
- die Wallbox: Auch beim Überschussladen ist laut HTW Berlin die Messung am Netzanschlusspunkt die Grundvoraussetzung. Mehr dazu unter Wallbox mit PV-Überschussladen.
Ohne Messung am Hausanschluss kennt der Wechselrichter nur, was die Module erzeugen, nicht, was das Haus verbraucht.
Nicht der Zähler des Messstellenbetreibers
„Smart Meter“ steht im Alltag für zwei verschiedene Geräte:
- Das intelligente Messsystem: Laut Bundesnetzagentur besteht es aus einer modernen Messeinrichtung, also einem digitalen Stromzähler, und einem Smart-Meter-Gateway als Kommunikationseinheit. Einbau und Betrieb verantwortet laut BSI der Messstellenbetreiber; über diesen Zähler wird abgerechnet.
- Der Energiezähler der PV-Anlage: Er misst zusätzlich, gehört zur Anlage und liefert die Werte an Wechselrichter, Speicher oder Wallbox. Er ersetzt den Abrechnungszähler nicht.
Wann ein intelligentes Messsystem eingebaut wird, steht unter Smart Meter für PV: Energiezähler für Wechselrichter.
Welcher Zähler passt
Die Kommunikation zwischen Zähler und Wechselrichter ist herstellerabhängig. Wählen Sie deshalb den Zähler, den der Hersteller Ihres Wechselrichters für die Baureihe vorsieht. Zwei Bauarten gibt es:
- Direkt messend: Der Strom fließt durch den Zähler. Der Fronius Smart Meter TS 65A-3 misst laut Datenblatt so bis 3 × 65 A, der Growatt TPM-E bis maximal 100 A.
- Über Stromwandler: Der Zähler misst über Wandler, die um die Leitungen gelegt werden; das passt bei hohen Strömen oder wenn die Leitungen nicht aufgetrennt werden sollen. Der Fronius Smart Meter TS 5kA-3 arbeitet laut Datenblatt mit Wandlern mit 5 A Ausgangsstrom, der SunGrow DTSD1352 ebenfalls nur mit externen Wandlern.
Für einige Zähler nennen die Hersteller die Nulleinspeisung ausdrücklich: Growatt für den SPM-C mit Growatt-Wechselrichtern, SAJ für den DTSU666 mit SAJ-Wechselrichtern. Die lieferbaren Zähler stehen unter Smart Meter für PV: Energiezähler für Wechselrichter.
Beim Balkonkraftwerk
Auch manche Speicher für Balkonkraftwerke regeln nach einem Zähler. Der Anker SOLIX Smart Meter ist laut Datenblatt mit der Solarbank 2 Pro und Plus kompatibel und verbindet sich über WLAN, Bluetooth oder ein RS485-Kabel. Er liefert dem Speicher den Wert am Hausanschluss, so wie der große Zähler dem Wechselrichter. Wann ein Speicher am Balkonkraftwerk sinnvoll ist, steht unter Balkonkraftwerk mit Speicher: Wann ist das sinnvoll?.
Einbau
Der Zähler kommt in den Zählerschrank oder die Unterverteilung, meist auf die Hutschiene. Den Einbau übernimmt ein Elektrofachbetrieb, der die Arbeiten am Zählerschrank mit Ihrem Netzbetreiber abstimmt; ACTEC liefert den Zähler, installiert ihn aber nicht. Wie Zähler, Wechselrichter und Speicher in einer Anlage zusammenkommen, steht unter PV-Anlage planen.