Hybrid-, String- oder Mikrowechselrichter: Welcher passt?
Kurz gesagt: Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom der Module Wechselstrom für Haus und Netz. Soll jetzt oder später ein Speicher dazukommen, ist ein Hybrid-Wechselrichter naheliegend. Ohne Speicher reicht ein netzgekoppelter String-Wechselrichter. Mikrowechselrichter sitzen direkt an ein bis vier Modulen und sind die Lösung fürs Balkonkraftwerk. Inselwechselrichter versorgen Anlagen ganz ohne Netz.
Stand: 03.10.2026
Solarmodule erzeugen Gleichstrom. Das Hausnetz und das öffentliche Netz arbeiten mit Wechselstrom. Dazwischen sitzt der Wechselrichter: Er wandelt den Strom um, sucht laufend den Arbeitspunkt, an dem die Module am meisten liefern, und schaltet sich mit dem Netz zusammen. Welche Bauart passt, entscheidet vor allem eine Frage: Soll ein Speicher dazugehören?
Welche Bauarten gibt es?
| Hybrid-Wechselrichter | Netzgekoppelter (String-)Wechselrichter | Mikrowechselrichter | Inselwechselrichter | |
|---|---|---|---|---|
| Speicher anschließbar | ja, eigener Batterieeingang | nein | nein (eigene Balkonspeicher, siehe unten) | ja, mit 48-V-Batterie |
| Netz | am Netz | am Netz | am Netz | ohne Netz |
| Leistung im Sortiment | 0,8 bis 29,9 kW | 0,8 bis 125 kW | 800 bis 2.000 W | 3,5 und 6 kW |
| Phasen | ein- oder dreiphasig | ein- oder dreiphasig | einphasig | einphasig |
| typisch für | Dachanlage mit Speicher oder Speicher später | Dachanlage ohne Speicher, Gewerbedach | Balkonkraftwerk, einzelne Module | Gartenhaus, Hütte ohne Netzanschluss |
Stand der Angaben: Sortiment von ACTEC, Oktober 2026. Die Werte des einzelnen Geräts stehen auf seiner Produktseite.
Was ist ein Hybrid-Wechselrichter?
Ein Hybrid-Wechselrichter hat neben den Moduleingängen einen Batterieeingang. Er lädt den Speicher mit dem Überschuss und entlädt ihn, wenn die Module zu wenig liefern. Welche Batterien er annimmt, steht in seiner Speicherliste; nur dort genannte Speicher sind freigegeben. Ein Hybrid-Wechselrichter kann sich auch dann anbieten, wenn der Speicher erst später kommen soll: Dann bleibt der Wechselrichter, und es kommen die Batteriemodule und, je nach System, eine BMS-Einheit dazu.
Viele Hybrid-Geräte haben zusätzlich einen Ausgang oder eine Umschaltung für den Netzausfall. Was dabei genau versorgt wird und was es zusätzlich braucht, steht im Datenblatt des Geräts.
Die Geräte stehen unter Hybrid-Wechselrichter, mit passendem Speicher unter Speicher-Wechselrichter-Sets.
Was ist ein String-Wechselrichter?
Ein String ist eine Reihe von Modulen, die hintereinandergeschaltet sind. Der netzgekoppelte Wechselrichter nimmt einen oder mehrere Strings auf und speist alles, was das Haus nicht braucht, ins Netz ein. Einen Batterieeingang hat er nicht. Er ist die einfache Wahl, wenn sicher kein Speicher geplant ist, und die übliche auf großen Gewerbedächern.
Soll später doch ein Speicher dazukommen, bleibt der Wechselrichter, und ein AC-gekoppelter Speicher mit eigenem Wechselrichter kommt daneben; oder der Wechselrichter wird gegen einen Hybrid-Wechselrichter getauscht. Beide Wege stehen unter PV-Speicher nachrüsten. Die Geräte stehen unter Netzgekoppelte Wechselrichter.
Was ist ein Mikrowechselrichter?
Ein Mikrowechselrichter sitzt direkt hinter einem bis vier Modulen; jedes Modul oder Modulpaar hat einen eigenen MPP-Tracker. Verschattet ein Baum ein Modul, zieht es die anderen nicht mit herunter. Die lieferbaren Geräte im Sortiment leisten 800 bis 2.000 W und sind die Grundlage der Balkonkraftwerke; beim Growatt NEO 800M-X begrenzt der Wechselrichter die Einspeisung laut Datenblatt auf 800 W. Fürs Balkonkraftwerk gibt es eigene Speicher, die zwischen Modulen und Mikrowechselrichter sitzen oder ihn eingebaut haben; mehr dazu unter Balkonkraftwerk mit Speicher.
Die Geräte stehen unter Mikrowechselrichter.
Was ist ein Inselwechselrichter?
Ein Inselwechselrichter arbeitet ohne öffentliches Netz; wie er sich von Notstrom und Ersatzstrom unterscheidet, steht unter Notstrom, Ersatzstrom, Inselanlage. Er versorgt Verbraucher direkt aus Modulen und Batterie, etwa in einem Gartenhaus ohne Netzanschluss. Im Sortiment sind das die Growatt SPF 3500 ES und SPF 6000 ES Plus. Sie stehen unter Off-Grid-Wechselrichter.
Wie wählen Sie Leistung, MPP-Tracker und Phasen?
- Leistung: Die Nennleistung des Wechselrichters ist die Wechselstromleistung, die er abgibt. Die Modulleistung darf meist darüber liegen, weil die Module ihre Nennleistung selten voll erreichen. Wie viel, steht im Datenblatt als empfohlene oder maximale PV-Leistung. Bei den netzgekoppelten Wechselrichtern im Sortiment ist das meist das 1,5-Fache der Nennleistung, bei den Hybrid-Wechselrichtern meist das 1,5- oder 2-Fache, bei einzelnen Geräten bis knapp das 3-Fache.
- MPP-Tracker: Jeder MPP-Tracker regelt einen eigenen Modulstrang. Liegen Module auf zwei Dachseiten, etwa Ost und West, oder ist ein Teil verschattet, gehört jede Fläche an einen eigenen Tracker. Die Geräte im Sortiment haben einen bis zwölf.
- Phasen: Einphasige Wechselrichter gibt es im Sortiment bis 6 kW, dreiphasige ab 3 kW. Welche Ausführung zu Ihrem Hausanschluss passt, klärt der Elektrofachbetrieb.
- Wirkungsgrad: Der maximale Wirkungsgrad liegt laut Datenblatt bei den Netz- und Hybrid-Wechselrichtern bis 98,8 %, bei den lieferbaren Mikrowechselrichtern bei 96,5 bis 97,3 %.
Wer installiert den Wechselrichter?
Ein Wechselrichter für eine Dachanlage wird in die Hausinstallation eingebunden; das übernimmt ein Elektrofachbetrieb. Zur Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister geben der Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur Auskunft.
Wie eine ganze Anlage geplant wird, steht unter PV-Anlage planen. Wechselrichter nach Marke finden Sie auf den Herstellerseiten von Growatt, Huawei und Fronius.