Stromspeicher: Wie groß sollte er sein, und was kostet er?
Kurz gesagt: Ein Stromspeicher sollte zum Verbrauch und zur PV-Anlage passen, nicht möglichst groß sein. Die HTW Berlin empfiehlt höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch und je 1 kW PV-Leistung; für einen Haushalt mit 4.000 kWh und eine Anlage mit 10 kW sind das höchstens 6 kWh. Fertige Speichersets kosten im Sortiment meist 210 bis 340 € je kWh.
Stand: 03.10.2026
Ein Stromspeicher hebt den Solarstrom auf, den das Haus mittags nicht braucht, und gibt ihn abends und nachts ab. Ist er zu klein, fließt an sonnigen Tagen Überschuss ins Netz. Ist er zu groß, wird er an vielen Tagen nicht voll und kostet mehr, als er nutzt. Die richtige Größe hängt deshalb an zwei Zahlen, die Sie kennen: Ihrem Jahresverbrauch und der Leistung Ihrer PV-Anlage.
Welche Faustformeln gelten für die Speichergröße?
Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin hat aus Simulationen drei Faustformeln abgeleitet (Orth, Weniger, Meissner, Sonnenenergie 02/2022):
- PV-Leistung: mindestens 0,5 kW je 1.000 kWh Jahresverbrauch.
- Speicher zur Anlage: höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1 kW PV-Leistung.
- Speicher zum Verbrauch: höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch.
Maßgeblich ist der kleinere der beiden Höchstwerte aus Formel 2 und 3. Das Beispiel der HTW: Bei einer Anlage mit 10 kW und 4.000 kWh Verbrauch im Jahr sollte der Speicher höchstens 6 kWh nutzbare Kapazität haben.
| Jahresverbrauch | PV-Leistung | Speicher höchstens (nutzbar) |
|---|---|---|
| 3.000 kWh | 6 kW | 4,5 kWh |
| 4.000 kWh | 10 kW | 6 kWh |
| 5.000 kWh | 10 kW | 7,5 kWh |
| 6.000 kWh | 12 kW | 9 kWh |
Die Werte sind Obergrenzen; die HTW Berlin formuliert sie für Einfamilienhäuser mit PV-Anlage. Ein Speicher lohnt sich nur, wenn ausreichend Überschüsse anfallen, und der Nutzen jeder weiteren kWh nimmt laut HTW zunehmend ab.
Was ist der Unterschied zwischen nutzbarer Kapazität und Nennkapazität?
Die Faustformeln rechnen mit der nutzbaren Kapazität. Auf dem Produkt steht oft die Nennkapazität, die etwas größer ist, weil die Batterie zum Schutz nie ganz entladen wird. Beim Growatt-Modul ARK-2.5H-A2 gibt das Datenblatt 90 % Entladetiefe an; von 2,56 kWh sind das rund 2,3 kWh nutzbar. Rechnen Sie also mit dem Wert aus dem Datenblatt.
In welchen Schritten lässt sich ein Speicher erweitern?
Modulspeicher bestehen aus einer Steuereinheit (BMS) und gleich großen Batteriemodulen. Man kann klein anfangen und später Module ergänzen, bis zur Obergrenze eines Turms; mehrere Türme lassen sich je nach System parallel schalten:
| Speichersystem im Sortiment | Schritt je Modul | Größter Turm laut Datenblatt |
|---|---|---|
| Growatt ARK HV | 2,56 kWh | 25,6 kWh |
| Solplanet Ai-HB G2 Pro | 2,56 kWh | 20,48 kWh |
| Fronius Reserva | 3,15 kWh | 15,8 kWh |
| Growatt APX HV | rund 5 kWh | 30 kWh |
Welcher Speicher an welchem Wechselrichter läuft, legt dessen Speicherliste fest; die Wege dazu stehen unter PV-Speicher nachrüsten.
Zählen Wärmepumpe und Elektroauto mit?
Die Faustformeln gehen vom Haushaltsstrom aus. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder ein Elektroauto zu Hause lädt, hat einen höheren Jahresverbrauch. Kommt eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hinzu, kann laut HTW Berlin eine größere Kapazität sinnvoll sein. Wie groß, klären Sie mit dem Fachbetrieb.
Was kostet ein Stromspeicher?
Fertige Speichersets für Hybrid-Wechselrichter kosten im Sortiment etwa 190 bis 700 € je kWh Kapazität, die meisten 210 bis 340 € je kWh (Stand Oktober 2026). Größere Sets sind je kWh meist günstiger. Einen Wechselrichter enthalten die reinen Speichersets nicht; wer neu plant, findet Wechselrichter und Speicher zusammen unter Speicher-Wechselrichter-Sets und ganze Anlagen unter PV-Komplettsets mit Speicher. Maßgeblich ist der Preis auf der Produktseite. Für Photovoltaikanlagen und ihre wesentlichen Komponenten fällt unter den Voraussetzungen des § 12 Abs. 3 UStG keine Umsatzsteuer an. Ob sie vorliegen, geben Sie im Bestellvorgang an.
Rechnet sich ein Speicher für Sie?
Ein Speicher erzeugt keinen Strom, er verschiebt ihn. Ob er sich rechnet, schätzen Sie mit vier Schritten selbst ab:
- Wie viel Strom brauchen Sie abends und nachts? Lesen Sie an einigen Tagen den Zähler abends und morgens ab.
- Wie oft wird der Speicher voll? Vor allem von Frühjahr bis Herbst; im Winter selten.
- Zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunden im Jahr mal Ihr Strompreis abzüglich der Einspeisevergütung, die Ihnen dafür entgeht, ergibt die Ersparnis.
- Den Preis des Speichers geteilt durch diese Ersparnis ergibt die Zahl der Jahre, bis er sich bezahlt gemacht hat. Vergleichen Sie sie mit der Lebensdauer, also den Ladezyklen laut Datenblatt.
Wer installiert den Speicher?
Ein Hybrid-Wechselrichter und ein fest angeschlossener Speicher werden in die Hausinstallation eingebunden; das übernimmt ein Elektrofachbetrieb. Zur Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister geben der Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur Auskunft.
Alle Speicher stehen unter Batteriespeicher, die Module für Hybrid-Wechselrichter unter Speicher für Wechselrichter. Fürs Balkonkraftwerk gibt es eigene, kleinere Speicher; ob sich einer lohnt, steht unter Balkonkraftwerk mit Speicher: Wann ist das sinnvoll?.