Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe: Was passt zu Ihrem Haus?
Kurz gesagt: Beide holen Wärme aus der Außenluft. Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt sie direkt an die Raumluft ab; sie ist laut Verbraucherzentrale konzeptionell ein Klimagerät, also eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion, und bereitet kein Warmwasser. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt das Heizungswasser für Heizkörper oder Fußbodenheizung und meist auch das Warmwasser. Für einzelne Räume, gut gedämmte Häuser und als Ergänzung reicht oft Luft-Luft; für die ganze Heizung eines Hauses ist Luft-Wasser der übliche Weg.
Stand: 03.10.2026
„Wärmepumpe“ steht für zwei recht verschiedene Geräte. Beide nutzen die Wärme der Außenluft, sie geben sie aber auf unterschiedlichen Wegen ins Haus. Davon hängt ab, was sie heizen können, ob sie Warmwasser machen und wie viel Umbau nötig ist.
Zwei Wege, die Wärme ins Haus zu bringen
- Luft-Luft-Wärmepumpe: Sie gibt die Wärme direkt an die Raumluft ab, ohne Heizungswasser. Laut Verbraucherzentrale ist sie konzeptionell ein Klimagerät; das Gebäudeforum klimaneutral der dena nennt sie auch Klima-Splitgerät zum Kühlen oder Heizen. Jede Split-Klimaanlage im Sortiment ist in diesem Sinn eine Luft-Luft-Wärmepumpe.
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie erwärmt laut Verbraucherzentrale Heiz- und Trinkwasser. Das Wasser verteilt sie über Heizkörper oder Fußbodenheizung im ganzen Haus und kann auch das Warmwasser bereiten.
Vergleich
| Luft-Luft (Split-Klimaanlage) | Luft-Wasser | |
|---|---|---|
| Wärme geht an | die Raumluft | das Heizungswasser |
| Heizkörper, Fußbodenheizung | werden nicht genutzt | werden weiter genutzt |
| Warmwasser | nein | ja, mit Warmwasserspeicher |
| Räume | ein Innengerät je Raum | das ganze Haus über das Heizsystem |
| Kühlen im Sommer | ja | die Geräte im Sortiment laut Produktdaten mit Wasser von 5 bis 20 °C; ob das Heizsystem dafür geeignet ist, klärt der Fachbetrieb |
| Einbau | Innen- und Außengerät, Kältemittelleitung durch die Wand | Außengerät, Anschluss an Heizung und Strom |
Wann Luft-Luft reicht
Laut co2online eignen sich Luft-Luft-Wärmepumpen am besten für Neubauten, gut gedämmte Altbauten und als Ergänzung zu einer anderen Heizung. Die Verbraucherzentrale rät, sie nur in gut gedämmten Gebäuden als Heizung einzusetzen,.
Typische Fälle:
- Einzelne Räume: ein Wintergarten, ein Arbeitszimmer unterm Dach oder eine Einliegerwohnung, die das Heizsystem schlecht erreicht.
- Übergangszeit: Im Frühjahr und Herbst heizt die Klimaanlage, und der Heizkessel bleibt aus.
- Kühlen und Heizen aus einem Gerät: Wer ohnehin eine Klimaanlage will, bekommt die Heizfunktion mit.
Grenzen: Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät oder einen Anschluss an eine Multi-Split-Anlage, und laut co2online können Luftzug, aufgewirbelter Staub und Geräusche als störend empfunden werden. Warmwasser macht eine Luft-Luft-Wärmepumpe nicht. Wie eine Split-Klimaanlage heizt, bis zu welcher Außentemperatur und was es kostet, steht unter Mit der Klimaanlage heizen; wie viele Räume an ein Außengerät passen, unter Klimaanlage für mehrere Räume.
Wann Luft-Wasser nötig ist
Soll die Wärmepumpe die bisherige Heizung des ganzen Hauses ersetzen, über die vorhandenen Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, und auch das Warmwasser bereiten, führt der Weg zur Luft-Wasser-Wärmepumpe. Laut Verbraucherzentrale sinkt die Effizienz von Luft-Luft-Wärmepumpen bei sehr niedrigen Außentemperaturen; zusätzliche Wärmeerzeuger können dann nötig werden.
Ob eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in ein älteres Haus passt, entscheidet vor allem die Vorlauftemperatur; wie Sie das prüfen, steht unter Wärmepumpe im Altbau. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen im Sortiment sind Monoblock-Geräte mit 8 bis 16 kW, die komplett draußen stehen; ins Haus führen nur Wasser- und Stromleitungen. Wie laut sie sind und wo sie am besten stehen, steht unter Wärmepumpe: Lautstärke und Aufstellung.
Beides kombinieren
Die beiden Wege schließen sich nicht aus. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann das Haus und das Warmwasser versorgen, eine Split-Klimaanlage einzelne Räume im Sommer kühlen und in der Übergangszeit zuheizen. Welche Lösung passt, hängt an Heizlast, Heizsystem und Ihren Räumen; das berechnet ein Fachbetrieb.