Mit der Klimaanlage heizen: Wann geht das statt Heizung?
Kurz gesagt: Jedes Split-Klimaanlagen-Set im Sortiment kann heizen. Sie arbeitet dann als Luft-Luft-Wärmepumpe und holt die Wärme aus der Außenluft, laut Datenblatt bei den meisten Sets bis −20 °C, bei einigen bis −25 °C, bei wenigen nur bis −15 °C. Für einzelne Räume und die Übergangszeit kann sie die Heizung ersetzen. Warmwasser, Heizkörper und Fußbodenheizung versorgt sie nicht.
Stand: 03.10.2026
Eine Split-Klimaanlage kühlt im Sommer, indem sie Wärme aus dem Raum nach draußen pumpt. Im Heizbetrieb kehrt sie diesen Weg um: Das Außengerät nimmt Wärme aus der Außenluft auf, das Innengerät gibt sie an die Raumluft ab. Technisch ist sie dann eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Ob das die Heizung ersetzen kann, hängt weniger am Gerät als am Raum und an dem, was die Heizung sonst noch leisten muss.
Wie heizt eine Klimaanlage?
Auch kalte Außenluft enthält Wärme. Das Kältemittel im Außengerät verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen und nimmt diese Wärme auf; der Verdichter bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau, das Innengerät gibt sie über seinen Wärmetauscher an den Raum ab. Der Strom treibt dabei vor allem den Verdichter an, die Wärme selbst kommt aus der Luft.
Wie gut das gelingt, sagt der SCOP, die Leistungszahl über die ganze Heizsaison. Ein SCOP von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Mittel der Saison vier Kilowattstunden Wärme. Die Split-Sets im Sortiment erreichen laut Datenblatt einen SCOP von 4,0 bis 4,7. Auf dem EU-Energielabel steht dazu die Effizienzklasse beim Heizen, bei den Sets im Sortiment A+ oder A++.
Bis zu welcher Außentemperatur?
Jedes Datenblatt nennt einen Betriebsbereich für das Heizen. Bis zur unteren Grenze läuft das Gerät; die Heizleistung nimmt aber ab, je kälter es draußen ist.
| Heizt laut Datenblatt bis | Serien im Sortiment | SCOP | Klasse Heizen |
|---|---|---|---|
| −25 °C | Hantech H-Plus, TCL VoxIN, TCL FreshIN | 4,5 bis 4,7 | A++ |
| −20 °C | Hantech H-Pro, Elegant, Elite XA21, U-Fresh, Standgerät 48.000 BTU und die Multi-Split-Sets, TCL BreezeIN, BreezeIN-AI, BreezeIN P5, Elite XA73, T-Pro | 4,0 bis 4,6 | A+ bis A++ |
| −15 °C | Hantech Deckenkassetten 24.000 und 42.000 BTU, Standgerät Eisturm | 4,0 | A+ |
Stand der Angaben: Sortiment von ACTEC, Oktober 2026. Die Werte des einzelnen Geräts stehen auf seiner Produktseite.
Wer die Klimaanlage vor allem zum Heizen kaufen will, schaut deshalb auf die Serien mit −25 °C: Sie haben den größeren Spielraum an kalten Tagen und die höhere Effizienzklasse.
Wann kann sie die Heizung ersetzen?
Eine Klimaanlage heizt die Luft im Raum, in dem ihr Innengerät hängt. Daraus ergibt sich, wofür sie sich eignet:
- Einzelne Räume: Arbeitszimmer, ausgebautes Dachgeschoss, Anbau, Ferienwohnung, ein Raum ohne eigenen Heizkörper.
- Übergangszeit: im Frühjahr und Herbst, wenn die Zentralheizung noch nicht oder nicht mehr laufen soll.
- Mehrere Räume: Bei einer Multi-Split-Klimaanlage versorgt ein Außengerät zwei bis fünf Innengeräte; jeder Raum lässt sich einzeln regeln.
Sie ersetzt die Heizung nicht, wo diese mehr leisten muss als die Raumluft zu erwärmen:
- Warmwasser bereitet eine Klimaanlage nicht.
- Heizkörper und Fußbodenheizung werden mit warmem Wasser betrieben. Dafür gibt es die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ihre Wärme an das Heizungswasser abgibt. Ob sie in ein älteres Haus passt, steht unter Wärmepumpe im Altbau; was Luft-Luft und Luft-Wasser sonst unterscheidet, unter Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe?.
- Ganze Häuser mit vielen Räumen lassen sich mit Innengeräten nur Raum für Raum beheizen.
Ob ein Gerät einen Raum auch an kalten Tagen allein warm hält, entscheidet die Heizlast des Raums: Dämmung, Fenster und Lage bestimmen sie. Der Fachbetrieb, der die Anlage installiert, kann sie abschätzen. Für die Auswahl nach Raumgröße hilft Welche Klimaanlage für welche Raumgröße?; bei den Split-Sets im Sortiment liegt die Heizleistung laut Datenblatt gleich hoch oder über der Kühlleistung.
Wie fühlt sich Heizen mit Luft an?
Das Innengerät bläst warme Luft in den Raum. Das wärmt anders als ein Heizkörper: Die Luft bewegt sich, und warme Luft steigt nach oben. Die Lamellen des Innengeräts lenken den Luftstrom; bei der Hantech Elegant etwa strömt die Luft laut Hersteller nach unten, damit sich die Wärme gleichmäßig verteilt, ohne direkt zu ziehen. Der laute Teil, der Verdichter, steht auch beim Heizen draußen.
Beim Heizen entsteht am Außengerät Tauwasser, bei Frost taut es zwischendurch ab. Das Wasser muss ablaufen können, ohne einen Gehweg zu vereisen; der Fachbetrieb plant den Aufstellort und den Ablauf mit.
Was kostet das Heizen?
Der Stromverbrauch lässt sich aus dem SCOP überschlagen: Wärmebedarf geteilt durch SCOP ergibt den Strom. Braucht ein Raum in der Saison 2.000 kWh Wärme und hat das Gerät einen SCOP von 4, sind das rund 500 kWh Strom; mal Ihrem Strompreis ergeben sich die Kosten. Bei einem SCOP von 4,7 wären es rund 425 kWh.
Der SCOP ist ein genormter Mittelwert. In einem kalten Winter, bei hoher Raumtemperatur oder wenn das Gerät oft gegen die untere Grenze seines Betriebsbereichs arbeitet, braucht es mehr Strom. Ihren Wärmebedarf entnehmen Sie am ehesten der bisherigen Heizkostenabrechnung des Raums oder der Wohnung.
Wer installiert die Klimaanlage?
Split-Klimaanlagen sind mit einem fluorierten Kältemittel befüllt. Für ihren Verkauf verlangen Artikel 11 Absatz 7 der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 und § 15 Absatz 3 ChemKlimaschutzV den Nachweis, dass ein zertifizierter Fachbetrieb mit der Installation beauftragt ist. Das gilt auch für die Quick-Connect-Sets. Den Fachbetrieb beauftragen Sie selbst, die Installation ist nicht im Kauf enthalten. Wie wir den Nachweis nach der Bestellung abfragen, steht unter Fachinstallation Ihrer Klimaanlage.
Alle Sets mit Heizfunktion stehen unter Split-Klimaanlagen; bis −25 °C heizt laut Datenblatt die Serie H-Plus von Hantech. Ob eine Split-Klimaanlage oder ein mobiles Gerät besser passt, steht unter Monoblock oder Split-Klimaanlage.