Halterung für Solarmodule: Ziegeldach, Blechdach, Flachdach, Wand und Balkon
Kurz gesagt: Welche Halterung passt, entscheidet das Dach. Auf Ziegeln hält ein Dachhaken unter den Ziegeln die Schienen, auf Blechfalz eine Klemme ohne Durchdringung, auf Trapezblech eine kurze Schiene. Auf dem Flachdach stehen die Module schräg aufgeständert und werden bis 3 Grad Dachneigung oft nur mit Ballast gehalten, ohne Bohren. An Balkon und Wand kommen Halter mit Haken oder Schrauben. Ob das Dach das Gewicht und die Lasten aus Wind und Schnee trägt, klärt ein Fachbetrieb.
Stand: 03.10.2026
Die Halterung, auch Unterkonstruktion oder Montagesystem genannt, verbindet die Module mit dem Dach. Sie muss das Gewicht der Module tragen und Wind und Schnee standhalten, ohne die Dachhaut zu beschädigen. Welche Teile dafür nötig sind, hängt vor allem von der Dachdeckung ab. Das Sortiment besteht zum größten Teil aus dem Montagesystem von K2 Systems.
Schrägdach mit Ziegeln
Auf einem Ziegel- oder Dachsteindach kommen Dachhaken zum Einsatz. Sie werden auf der Unterkonstruktion des Dachs befestigt, laufen unter den Ziegeln hindurch und tragen außen die Schienen, auf die die Module geklemmt werden.
- Dachhaken: Laut K2 decken die Haken SingleHook 3S und 4S rund 80 % der Anwendungen ab; im Sortiment gibt es außerdem SolidHook sowie Haken für Schiefer.
- Schienen: Im Sortiment die SingleRail 36 in mehreren Längen und die SolidRail Light.
- Ziegel unter dem Haken: Laut K2-Montageanleitung wird, um Schäden bei hohen Schneelasten zu vermeiden, unter dem Ausleger des Hakens der Ziegel gegen eine Metalldachplatte oder einen Blechersatzziegel getauscht (Ausnahme: SingleHook 2).
Die SingleRail ist laut K2 für Dachneigungen von 5 bis 75 Grad vorgesehen.
Blechdach, Trapezblech und Sandwich
- Blech-Falzdach: Falzklemmen werden auf den Stehfalz geklemmt. Laut K2 geht das ohne Durchdringung der Dachhaut.
- Trapezblech und Sandwich-Paneele: Hier wird eine kurze Schiene direkt auf das Blech geschraubt, im Sortiment die MiniRail. Mit dem Aufsatz MiniFive lassen sich die Module laut K2 um 5 Grad aufständern. Bei Sandwich-Paneelen ist laut K2 die Freigabe des Paneelherstellers nötig.
Flachdach: aufgeständert, oft ohne Bohren
Auf dem Flachdach liegen die Module nicht flach, sondern stehen schräg auf Gestellen. Laut Bundesverband Solarwirtschaft werden Solaranlagen auf Flachdächern ganz überwiegend aufgelegt und ballastiert, weil dabei die Dachhaut nicht durchdrungen wird.
Im Sortiment sind das die Ost-West-Sets D-Dome 6.10 von K2 und Einzelteile des Systems. Die Varianten von Dome 6 im Überblick:
| Dome 6, nach Süden | Dome 6, Ost-West (D-Dome) | |
|---|---|---|
| Aufständerung | laut K2 10 oder 15 Grad | laut K2 7, 10 oder 15 Grad |
| Befestigung bis 3 Grad Dachneigung | Ballast, keine Durchdringung | Ballast, keine Durchdringung |
| über 3 bis 10 Grad Dachneigung | Festanbindung (Dome FixPro) | Festanbindung (Dome FixPro) |
| Mindestabstand zum Dachrand | laut K2 in der Regel 600 mm | laut K2 in der Regel 600 mm |
Fertige Sets für Ost-West-Anlagen gibt es im Sortiment für 2 bis 12 Module.
Süd oder Ost-West? Laut Verbraucherzentrale können Sie auf dem Flachdach frei zwischen Süd- und Ost-West-Ausrichtung wählen. Nach Osten und Westen bringt das einzelne Modul weniger als nach Süden, die Erzeugung verteilt sich aber stärker über den Tag, von morgens bis abends.
Wand und Balkon
Für Balkonkraftwerke gibt es Halter, die mit Haken am Balkongeländer hängen oder mit Schrauben an Wand, Boden oder Blechdach befestigt werden; im Sortiment von Hantech. Laut Anleitung des Universalhalters HNT-MH-41 sind die Spreizdübel für Betonboden und Balkonwand nicht dabei, weil sie vom Untergrund abhängen.
Die Verbraucherzentrale betont, dass das Modul so befestigt sein muss, dass Wind es nicht beschädigen oder lösen und es nicht durch sein eigenes Gewicht herabfallen kann. Wer zur Miete wohnt oder in einer Eigentümergemeinschaft, klärt die Montage an Brüstung oder Fassade vorher mit Vermieter oder Gemeinschaft. Wie viel Ertrag die Neigung am Balkon bringt, steht unter Balkonkraftwerk: Ertrag und Ausrichtung.
Statik: vor der Montage prüfen
Eine PV-Anlage bringt zusätzliches Gewicht aufs Dach, auf dem Flachdach mit Ballast deutlich mehr als nur die Module. Laut K2-Montageanleitung muss vor der Montage geprüft werden, ob das Produkt den statischen Anforderungen vor Ort entspricht, und die Tragfähigkeit des Daches ist grundsätzlich zu prüfen. K2 legt seine Systeme nach dem Eurocode aus und bietet mit der Software K2 Base eine Auslegung samt Stückliste und Statikbericht.
Ob Ihr Dach die Anlage trägt und wie viel Ballast nötig ist, klärt ein Fachbetrieb. Wie viel Fläche die Module brauchen und wie Module, Wechselrichter und Speicher zusammenkommen, steht unter PV-Anlage planen. Alle Teile stehen unter Unterkonstruktion.