Wechselrichter - Deye - 2 - 1
Ob sich ein Batteriespeicher direkt anschließen lässt, hängt vom Wechselrichter ab: Hybrid-Wechselrichter haben den Speicheranschluss schon eingebaut. Im Sortiment stehen außerdem Mikrowechselrichter ab 800 W, Netzwechselrichter bis 125 kW und Off-Grid-Wechselrichter, überwiegend von Growatt und Solplanet.
Ein Wechselrichter, bei Photovoltaikanlagen auch PV-Wechselrichter genannt, wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in den Wechselstrom um, den Hausnetz und öffentliches Netz brauchen. Mit dem Gerät entscheidet sich, ob die PV-Anlage einen Batteriespeicher bekommen kann, wie viele Dachflächen sich getrennt nutzen lassen und was Sie später in der App sehen. Im Sortiment stehen Wechselrichter von 800 W für das Balkonkraftwerk bis 125 kW für große Dächer, von Growatt, Solplanet, SunGrow, Huawei, Fronius, Trina, APSystems und Deye, dazu Sets mit Speicher und das Zubehör für Überwachung und Messung.
Vier Bauformen und wofür sie gedacht sind
Die erste Frage ist nicht die Leistung, sondern die Bauform. Sie hängt davon ab, ob ein Speicher geplant ist und ob die Anlage am Netz hängt.
| Bauform | Leistung im Sortiment | Batterie | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Hybrid-Wechselrichter | 0,8 bis 29,9 kW | ja | Dachanlage mit Speicher, jetzt oder später |
| Netzgekoppelter String-Wechselrichter | 0,8 bis 125 kW | nein | Anlage ohne Speicher |
| Mikrowechselrichter | 0,8 bis 2 kW | nein | Balkonkraftwerk, kleine Flächen |
| Off-Grid-Wechselrichter | 3,5 und 6 kW | ja | Gartenhaus, Werkstatt, Ferienhaus ohne Netz |
Ein Hybrid-Wechselrichter verwaltet Module, Batterie und Hausnetz in einem Gerät. Er ist die Wahl, wenn ein Speicher von Anfang an dazugehört oder später dazukommen soll. Ein netzgekoppelter Wechselrichter fasst mehrere Module zu Strängen zusammen und speist ohne Batterie ein; das Sortiment reicht vom Growatt MIC 800TL-X bis zum SunGrow SG125CX-P2. Ein Mikrowechselrichter sitzt direkt hinter ein bis vier Modulen und ist die übliche Technik in Balkonkraftwerken. Für Anlagen ohne Netzanschluss stehen zwei Off-Grid-Wechselrichter von Growatt bereit, auch Inselwechselrichter genannt.
Am stärksten vertreten sind Growatt und Solplanet. Eigene Übersichten gibt es für die Growatt-Wechselrichter, Fronius-Wechselrichter, SunGrow-Wechselrichter und Huawei-Wechselrichter.
Die Werte im Datenblatt, auf die es ankommt
Die Nennleistung richtet sich nach der Modulleistung, aber nicht eins zu eins. Jedes Datenblatt nennt eine maximal empfohlene Modulleistung. Bei den netzgekoppelten Geräten hier liegt sie meist beim 1,4- bis 1,5-fachen der AC-Leistung, bei Hybrid-Geräten je nach Modell beim 1,3- bis knapp 3-fachen. Ein 10-kW-Gerät nimmt damit typischerweise bis 15 kWp auf.
Die Zahl der MPP-Tracker, also der getrennt geregelten Moduleingänge, reicht hier von einem beim Growatt MIC bis zwölf beim SunGrow SG125CX-P2. Zwei Tracker genügen für ein Dach mit Ost- und Westseite. Einphasige Geräte gehen im Sortiment bis 6 kW, dreiphasige beginnen bei 3 kW. Der europäische Wirkungsgrad liegt laut Datenblatt je nach Gerät zwischen 96,5 und 98,5 Prozent.
Für den Aufstellort zählt die Schutzart. Die meisten Geräte sind nach IP65 oder IP66 geschützt und für die Montage an der Außenwand ausgelegt, Mikrowechselrichter nach IP67 unter dem Modul. Die Off-Grid-Geräte haben IP20 und gehören in einen trockenen Innenraum. Welche Garantie der Hersteller gewährt, steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts; es gelten die Garantiebedingungen des Herstellers.
Welcher Speicher an welchen Wechselrichter passt
Batterie und Hybrid-Wechselrichter arbeiten nur zusammen, wenn der Hersteller die Kombination freigibt. Für die Geräte im Sortiment gelten laut Herstellerlisten:
- Growatt MOD HU (6 bis 12 kW): nur mit dem Growatt-Speicher APX
- Growatt MOD XH: mit ARK
- Growatt MIN XH: mit ARK und APX
- Solplanet ASW H-T2 und H-T3: nur mit Solplanet Ai-HB
Bei ARK, APX und Ai-HB gehört eine eigene BMS-Einheit zum Batterieturm. Für alle anderen Geräte gilt die Herstellerliste der freigegebenen Speicher; steht ein Speicher dort nicht, ist die Kombination nicht freigegeben. Wer beides auf einmal kauft, findet abgestimmte Paare unter Speicher-Wechselrichter-Sets.
Nachrüsten, Notstrom und Überwachung
Ein netzgekoppelter Wechselrichter nimmt keine Batterie an. Für eine bestehende Anlage gibt es trotzdem einen Weg: Der Growatt SPA 6000TL3 BH-UP hat keinen Moduleingang, wird auf der Wechselstromseite neben den vorhandenen Wechselrichter gesetzt und bindet einen Hochvolt-Speicher an. Das Datenblatt nennt für die Batterie den Spannungsbereich 100 bis 550 V; welche Batterie freigegeben ist, gibt der Hersteller an.
Notstrom ist eine eigene Eigenschaft und steht im Datenblatt. Je nach Gerät braucht es dafür zusätzlich eine Backup-Box oder eine Umschalteinrichtung im Zählerschrank, bei Fronius etwa den Notstrom-Umschalter aus dem Zubehör. Welche Lösung zu Ihrem Gerät gehört, klärt die Elektrofachkraft. Für die Überwachung braucht ein Gerät je nach Modell einen WLAN-, LAN- oder Mobilfunk-Stick des Herstellers, für Einspeiseregelung und Speichersteuerung einen Zähler am Hausanschluss. Beides steht im Wechselrichter-Zubehör. Wie Wechselrichter, Module, Speicher und Montage zu einer Anlage zusammenpassen, zeigt die Übersicht PV-Anlage planen.
Häufige Fragen zum Wechselrichter
Welcher Wechselrichter passt zu meiner PV-Anlage?
Zuerst die Bauform: mit Speicher ein Hybrid-Wechselrichter, ohne Speicher ein netzgekoppelter, am Balkon ein Mikrowechselrichter. Dann die Leistung: Die Modulleistung Ihrer Anlage muss unter der maximal empfohlenen Modulleistung aus dem Datenblatt liegen.
Wie groß muss der Wechselrichter für 10 kWp sein?
Meist reicht ein Gerät mit 8 bis 10 kW. Die 10-kW-Geräte von Solplanet und Growatt SPH nehmen laut Datenblatt bis 15 kWp auf, die 8-kW-Geräte von Solplanet, SunGrow und Trina bis 12 kWp.
Kann ich einen Speicher später nachrüsten?
Mit einem Hybrid-Wechselrichter ja, solange der Speicher in seiner Herstellerliste steht. Bei einem netzgekoppelten Gerät geht es nur über ein zusätzliches Gerät wie den Growatt SPA.
Was ist ein MPP-Tracker?
Ein Eingang, der den Arbeitspunkt der daran angeschlossenen Module selbst regelt. Mit zwei oder mehr Trackern lassen sich Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung oder Verschattung getrennt betreiben, ohne dass die schwächere Fläche die stärkere bremst.
Wo wird der Wechselrichter montiert?
Geräte mit IP65 oder IP66 sind für die Montage an der Außenwand ausgelegt. Geräte mit IP20 gehören in einen trockenen Innenraum. Den Anschluss ans Hausnetz übernimmt eine Elektrofachkraft. Für die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister gelten gesetzliche Vorgaben; Auskunft geben der Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur.
Wie lange gilt die Garantie?
Das steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts und auf seiner Produktseite; es gelten die Garantiebedingungen des Herstellers.